räume der ruhe

Alphonse und Florian Schyns von Schyns Medizintechnik im Interview mit Kai Uetrecht, nexus product design

Der Raum hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Genesung der Patienten. Das Unternehmen Schyns Medizintechnik schafft Räume der Ruhe. Die Produkte verschmelzen mit der Architektur zu einer Einheit, zu integrativen Raumkonzepten, die das Krankenzimmer visuell beruhigen - bei maximaler Funktionalität und Ergonomie für Personal und Patienten. Seit 1984 steht Schyns für innovative Technologie und langlebige Gestaltung. Neben Versorgungseinheiten für Normal- und Intensivpflege runden Beleuchtung, zentrale Gasversorgung und medizinische Anschlussgeräte das Leistungsspektrum im Krankenhauswesen ab. Jedes Projekt ist individuell. Die Produkte sind daher so modular konzipiert, dass Schyns bei Planung, Fertigung und Logistik flexibel und schnell auch auf speziellere Kundenwünsche eingehen kann.
Wir sprachen mit den beiden Inhabern über den Wert des Designs für ihr Unternehmen.

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„design ist das potential unserer zukunft“

Nexus. Herr Schyns, erzählen Sie uns etwas über die Entstehung von Schyns Medizintechnik.
Alphonse Schyns. Nach langjähriger angestellter Tätigkeit im Bereich Zentrale Gasversorgung für Kliniken habe ich das Unternehmen 1984 gegründet. Die Zentrale Medizinische Gasversorgung ist ein komplexes und umfassendes Thema in Bezug auf die Planung, Montage und Wartung der kompletten Anlagen. Ich habe erkannt, dass wir ein einfach zu planendes „Endgerät“ brauchen, um sichtbar zu werden, und unsere erste medizinische Versorgungseinheit, die S 300, entwickelt. Seitdem haben wir uns konsequent in diese Richtung weiterentwickelt, profitieren dabei nach wie vor von unserer planerischen Erfahrung. Wir sind heute mit medizinischen Versorgungseinheiten und Gasversorgung nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland, im Nahen Osten, in Russland und Afrika vertreten.

Nexus. Können Sie uns etwas über die sichtbaren Inhalte Ihrer Unternehmensphilosophie erzählen?
Alphonse Schyns.Heutzutage ist Gesundheit ein Kernwert. Die Bevölkerung altert und die Übergänge zwischen Fitness-, Wellness- und Gesundheitsmarkt werden immer fließender. Daher werden sich immer mehr Menschen zeitweise in Einrichtungen aufhalten, die der Vorbeugung oder der Behandlung von Krankheiten dienen. Für diese Einrichtungen wird immer wichtiger: Der Patient befindet sich in einer Ausnahmesituation, der er sich ausgeliefert fühlt. Das erfordert, dass ihm die Umgebung Sicherheit, Ruhe und Vertrauen gibt.
Florian Schyns. Um das zu unterstützen, entwickeln wir Produkte, die innovative Technik mit reduziertem Design vereinen.

Nexus. Was treibt Sie an?
FS. Mein Antrieb ist, die vielfältigen Wünsche und Anforderungen unserer Kunden so umzusetzen, dass sie für jedes Projekt die passenden, gut zu nutzenden Produkte mit perfekter Bedienbarkeit erhalten.
AS. Wohlbefinden produzieren: Das lässt sich nicht durch vordergründige Effekte erreichen, sondern durch die Reduktion der sinnlichen Störungen auf ein Minimum - die Konzentration auf das Wesentliche.

 

 

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Nexus. Was bedeuten Räume der Ruhe für Sie?
AS. Gerade die Einrichtung eines Krankenhauses kann dadurch, dass sie sich zurücknimmt und eine angenehme Atmosphäre schafft, zur Stressvermeidung beitragen. Durch eine sinnvolle Integration von Produkten entsteht eine humane Architektur mit Räumen der Ruhe. Produkte, die sich in die Architektur integrieren, sind mehr als oberflächliche Verschönerungen. Es ist ein emotionaler und ergonomischer Wert, wenn die Produkte den Patienten nicht verunsichern oder gar ängstigen, sondern visuelle Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Die Produkte selbst nehmen sich zurück, da ihre Funktionen intelligent integriert sind. Es geht uns beispielsweise nicht um die Form einer Leuchte, sondern um das Licht, das sie zum entspannten Lesen, für genaue Untersuchungen oder zur sicheren Orientierung spendet.

Nexus. Wo sehen Sie die Zukunft der Raumarchitektur?
FS. Die Ansprüche an das Gesundheitswesen werden sich verändern. Es wird immer mehr Kliniken geben, bei denen eher eine Nähe zum Kurhotel als zum Krankenhaus besteht. Die Gestaltung orientiert sich dabei zunehmend an Hotels oder dem Wohnumfeld. In vielen Fällen ist nicht mehr nur die medizinische Ausstattung und Kompetenz, sondern auch die Architektur und die Ausstattung der Räume ein Gradmesser für die Professionalität und damit ein wichtiges Differenzierungsmerkmal bei dem wachsenden Wettbewerb im Gesundheitswesen. Natürlich hat der Krankenhausbetreiber die Kosten für Anschaffung und Instandhaltung oder die Flexibilität im Klinikalltag im Blick, wird aber in Zukunft seine Klinik als Marke nicht außer Acht lassen können. Dies trifft insbesondere für die Wahlleistungsbereiche zu. Aber auch ansonsten gilt: gute Gestaltung ist nicht unbedingt eine Frage der Kosten, sondern intelligenter Lösungen.

Nexus. Was bedeutet Kommunikation für Sie?
FS. Unsere Marke wird an unserer Kommunikation gemessen. Jedes Klinikprojekt hat eigene Anforderungen. Die Lösungen sind immer individuell. Von daher ist der Dialog mit unseren Kunden - den Planern, Architekten oder Betreibern - für ein perfektes Ergebnis essentiell. Selbstverständlich gehört dazu auch eine offene Kommunikation in der Produktentwicklung, der Produktion und später dem After-Sales-Service.

Nexus. Muss man in diesem Geschäft Grundsätze haben?
AS. Ja - wir möchten unseren Kunden Produkte an die Hand geben, mit denen sie ihr Ziel erreichen können. Diese Möglichkeit, auf individuelle Wünsche zu reagieren, ist für uns überhaupt erst durch einen intelligent entwickelten Baukasten modularer Produkte in der Planung und Fertigung darstellbar.

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„unsere marke wird an unserer kommunikation gemessen“

Nexus. Was bewirken gut gestaltete Produkte für Ihre Marke und Märkte?
FS. Um sich in unserem Markt zu behaupten, muss man als Marke Vorsprünge erarbeiten. Dazu gehören technologische Innovationen, aber auch Inhalte wie der Bezug zum Menschen oder zur Architektur. Durch unsere Produktgestaltung ist es uns gelungen, in den Entscheidungsgremien die Entscheider, insbesondere die Architekten, nicht nur funktional oder über den Preis anzusprechen, sondern sie emotional zu faszinieren. So sind unsere Produkte weniger austauschbar.

Nexus. Hat ein gut gestaltetes Produkt daneben noch Vorteile für Ihre Kunden?
FS. Bei Produkten, bei denen es um Sekunden oder äußerste Präzision geht, ist Design kein Selbstzweck. Ein gut gestaltetes Produkt vermittelt durch seine professionelle Ausführung Verlässlichkeit im Ernstfall. Eine einfache, selbsterklärende Bedienbarkeit, auch hinsichtlich Reinigung und Wartung, ist unerlässlich, da das Produkt für das medizinische Personal ein wichtiges Werkzeug ist.

Nexus. Warum arbeiten Sie mit einem externen Designbüro zusammen?
AS. Ein externes Designbüro, das sich mit vielfältigen Märkten, Produktkategorien und Technologien beschäftigt, ermöglicht einen Blick über den Tellerrand. Um sinnvolle Vorsprünge zu schaffen, hilft es, gesellschaftliche Entwicklung ganzheitlich zu beobachten, zu analysieren und vorauszuahnen. Dazu fehlt im Tagesgeschäft oft einfach die Zeit.

Nexus. Was erwarten Sie vom Design der Zukunft für Schyns Medizintechnik?
AS. Dass es sinnlich und sinnvoll ist.
FS. Wir müssen unsere Vorsprünge durch ein kontinuierliches Innovationsmanagement erhalten. Nur so werden wir auch in Zukunft Alleinstellungsmerkmale haben.

Nexus. Welches Qualitätsverständnis liegt ihrer Designstrategie zugrunde?
AS. Mit vergleichbaren Produkten können wir unsere Marke nicht weiterentwickeln. Was zählt ist Einzigartigkeit. Desweiteren reicht Zuverlässigkeit allein nicht mehr aus. Agilität und Anpassungsfähigkeit werden wichtiger. Ressourceneffizienz und Ökoeffektivität von Produkten sind uns seit langem wichtiger als die bloße Lebensdauer. Die komplexe Funktionalität kommt ohne selbsterklärende Bedienbarkeit und exzellenten Service nicht mehr aus. Design ist damit das Qualitätskriterium. Aber der größte Mehrwert, den unsere Marke als Qualitätsverständnis erkannt hat, ist, dass es früher reichte, wenn Produkte und Prozesse nicht krank machten - künftig müssen sie aber gesundheitsfördernd sein.

Nexus. Um unser Gespräch abzuschließen: Muss ein Unternehmer Hobbys haben?
AS. Selbstverständlich. Für mich ist Sport, u.a. das Marathonlaufen, gerne auch weltweit, ein Ausgleich zu meiner unternehmerischen Tätigkeit. Man erhält Bestätigung auf ganz anderen Ebenen.

mehr: www.schyns.de

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