raum für veränderung

SDE und Nexus Product Design entwickeln schwimmende Gärten
Raum für frische Lebensmittel ist in weiten Teilen unserer Erde nicht mehr selbstverständlich. Die Nachfrage nach gesunden Produkten steigt aber mit dem Wachstum der Weltbevölkerung. Das Land um die Metropolen der Erde wird immer knapper und kostbarer, bei gleichzeitig schlechter werdenden Umständen. 71% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt und viele große Metropolen liegen am Wasser oder haben eine direkte Verbindung.
Martin Hubers, der mit seiner Stiftung SDE (Stichting Drijvende Eilanden) in den Niederlanden in sozialen Werkstätten schwimmende Objekte von Menschen mit Behinderungen bauen lässt, hatte die Idee, Lebensmittel auf dem Wasser anzubauen. SDE hat langjährige Erfahrung mit schwimmenden Solarzellen, Fahrradwegen o.ä. Gemeinsam mit nexus product design entwickelte er ein Konzept, das den Lebensmittelanbau neu denkt. Die Designer hatten die Aufgabe, mit strategischer und kreativer Herangehensweise das Gesamtkonzept ganzheitlich zu entwickeln, die Möglichkeiten aufzuzeigen und die verschiedenen Disziplinen im Rahmen eines Design-Thinking-Prozess zu koordinieren.

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Die Vision: gesunde Lebensmittel für alle zugänglich zu machen. Mit der in sozialen Werkstätten nachhaltig produzierten, intelligenten Struktur aus schwimmenden Pontons und Wegen wird Lebensmittelanbau auf und mit dem Wasser möglich. Das Konzept lässt sich vielfältig anwenden, um den bisher ungenutzten Raum der Wasseroberfläche zu nutzen.
Für eine weltweite Umsetzung gibt es folgende Möglichkeiten:
1. Im urbanen Raum auf Flüssen, Kanälen und Seen, zum Lebensmittelanbau, aber auch als Erlebnis- und Erholungsgebiet. Einsatz im Wasser vor Metropolen wie z.B. Singapur und Shanghai, die heute schon einen hohen Bedarf an gesunden Lebensmitteln haben.
2. In Entwicklungsländern wird der Anbau auf dem Wasser verbessert. Die Farm ist durch ihre Struktur flutsicher und kann in Überflutungsgebieten eine Lösung sein.
3. Auf See, um die Bevölkerung an Land von dort aus mit Lebensmitteln zu versorgen.

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von der ersten Skizze über den Prototyp der Universität Wageningen bis zum ersten Erntefest im September 2017

Der Schritt zurück zur Basis: Natürlicher Anbau von wertvollen und vollwertigen Gemüsesorten auf dem Wasser. Landbau wird hier komplett neu gedacht, da von anderen Parametern ausgegangen werden kann. Es braucht z.B. nicht bewässert zu werden und es gibt kein Problem mit auf dem Land lebenden Schädlingen. Mit der Struktur der Floating Food Farm können neue Grünflächen und Parks entstehen ohne in den Städten Raum zu verlieren. Die einzige Voraussetzung ist, dass genug Wasseroberfläche vorhanden ist (in Häfen, an Flussufern oder auf Seen).
Durch die Kombination mit z.B. Hofläden oder Gastronomie ist die Farm in der Stadt eine grüne Oase für alle. Sie bietet neue, interessante Perspektiven und ist das ganze Jahr über als lebendiger Lebensraum nutzbar. Schwimmende Bäume, Sträucher und Hecken spenden Schatten und Sauerstoff, schützen vor Wind und strukturieren die Farm. Städtische Schulen können auf der Floating Food Farm unterrichten, wie Lebensmittel auf natürliche Weise angebaut und zubereitet werden.

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Martin Hubers (SDE) und Sören Knittel (nexus) planen die erste Testfarm

Floating Food Farm ist eine länderübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit aus Wissenschaft, Design, Bildung und sozialer Arbeit. SDE und Nexus entwickeln gemeinsam mit der Wageningen University and Research (NL) die Möglichkeiten für Lebensmittelanbau auf und mit dem Wasser. Wissenschaftler und Studenten der Universität forschen an den Rahmenbedingungen eines solchen Anbaus. Die erste Saison auf einem kleinen Prototypen (4m²) endete mit einer qualitativ und quantitativ erfolgreichen Ernte und lieferte wertvolle Erkenntnisse über die positiven Wechselwirkungen der Farm mit ihrer Umgebung. Die Planungen für die erste große schwimmende Farm laufen bereits. Sie wird auf 2000m² Wasserfläche in Lobith (NL) entstehen.
Das Team Floating Food Farm ist durch diese kreative Verknüpfung verschiedener Disziplinen von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung zu Kultur- und Kreativpiloten ausgezeichnet worden. Von „What Design can do“ ist das Projekt in der „climate action challenge“ zu den weltweit besten 35 Projekten zum Thema Klimawandel ausgewählt worden.

 

mehr: www.floatingfoodfarm.com

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